Durch das Wort......


Frage: Wenn du Gott um ein Wort(?) bitten würdest … zu welchem Thema würdest du dir SEINE Worte wünschen?

Dass Worte unseren Alltag und unser Leben ausmachen, brauche ich nicht zu sagen.
Es ist ja nicht so, wie bei dem zwölf Jahre alten deutschen Kind, das in seinem ganzen Leben noch nie ein Wort gesprochen hat.
Eines Abends plötzlich - die Familie sitzt zusammen am Esstisch - sagt das Kind: "Salz, bitte!"
Alles wundert sich und die erstaunten Eltern fragen den Jungen, warum er bisher noch nie etwas gesagt hat.
Antwortet der: "Bis heute war alles in Ordnung."

Nein, Kommunikation ist so etwas wie die Hauptschlagader unseres Zusammenlebens.
Wenn sie gut gelingt und wohlwollend ist, sind wir beglückt.
Wenn wir uns nicht verstehen oder harte Worte fallen, kostet es uns Kraft oder Nerven.
Worte heilen oder verletzen.
Worte streicheln oder schlagen.
Worte bringen ins Amt oder wieder raus …
Worte drücken unseren Willen aus und formulieren Entscheidungen.
Worte bestimmen unser Leben …

Wenn du also Gott um Worte bitten wurdest … zu welchem Thema würdest du dir SEINE Worte wünschen? Was bewegt dich so …

Heute geht es also um die Wahrheit und vielleicht auch um unsere Sehnsucht, dass unser Leben und unsere Umgebung durch Reden Gottes, durch Worte Gottes, beeinflusst werden.
Vielleicht kriegst du jetzt Gänsehaut und sagst dir: „Upps, jetzt geht’s ans Bibelverse lernen!“ Keine schlechte Idee … wirklich eine gute Idee. Hilfreich. Wichtig.
Aber: Lass dich überraschen!

Die Predigt hat zwei kurz formulierte Punkte:
1. Durch das Wort
2. Um ein Wort

Ja, ein Artikel ist BESTIMMT. Einer ist UNBESTIMMT. Also geht es einmal um feste, bestimmte Worte und einmal um offene – freie – lebendige … eben unbestimmte Worte, denn wir wissen nicht, was dabei herauskommt, wenn wir Gott um persönliche Worte zu uns bitten.

Durch das Wort – es geht also um etwas Festes – Bestimmtes

Ja, jetzt bringe ich die Bibel ins Spiel. Und zwar versuche ich, Beobachtungen zu unserem Thema aus dem Johannesevangelium Kapitel 1 zu reflektieren. Ich lese zunächst ab V.1 – wie gesagt unter der Überschrift: „Durch das Wort“ (Johannes 1, 1-5 lesen).

Wenn Du schon öfter über diese Bibelstelle nachgedacht hast, dann überspringe jetzt nicht und sag gleich „hier geht’s um Jesus“! Nicht falsch, aber zu schnell. Lass einfach auf dich wirken, was die Bibel – die ja „Wort Gottes“ genannt wird, hier aussagt:

Das Wort – einfach „das Wort“ – war ganz am Anfang. Mit das Allererste!

Das Wort war bei Gott! Gehört zu IHM. Atmet IHN. SEINE Kraft und SEINE Macht.

Ja, ohne das Wort ist nichts entstanden. Also auch deine Großeltern und Eltern und … und du nicht. Nichts!
Denn in diesem Wort ist das Leben, ja das Licht, das die Dunkelheit, die wir Menschen erleben und empfinden hell macht.

Nimm dir etwas Zeit und staune über dieses Wort. Über dieses so kräftige, schöpferische, universale, lebendige, helle Wort! Welche Fragen entstehen? Was regt dich an, was regt dich auf? Worüber willst du mehr wissen?

Mehr wissen: Schauen wir in die Bibel: Gottes Wort … die ersten Seiten: „Gott sprach … und es wurde … 6 Tage lang geschah aus dem Nichts – wurde aus dem Nichts – durch Gottes Worte ein gewaltiges Werk, das wir Leben und Schöpfung nennen. Das uns Raum gibt und uns ernährt. Das wir bestaunen und bebauen. Dessen existentieller Teil wir sind … du bist … aus dem Nichts … durch das Wort, das bei Gott war.

Ich möchte, dass du heute diese tiefere Dimension deines Lebens begreifst und dir plastisch und fühlbar klar wird, dass in deinem Leben nichts außerhalb dieses festen Wortes Gottes ist. Dass es deine Aufgabe ist, es so zu verstehen (wir sagen fromm: Unser ganzes Leben ist in Gottes Hand).
Alles vom Anfang bis zum Ende ist durch das Wort geschaffen … und wir sind da mitten drin.

Oder … frage ich zurück: Findest du nach dem, was wir bisher bedacht haben, irgendeinen Part deiner Lebenswelt außerhalb dieses Wortes? Bitte?

Mir wurde neu bewusst, welche Dimensionen das hat, als ich das Buch „Werdegang eines Leiters“ von Clinton studierte. Er studierte die verschiedenen Lebensphasen eines christlichen Leiters und was diese Phasen auszeichnet. Er beschreibt, wie beobachtet werden kann, dass sich verschiedene Lebensphasen aufeinander aufbauen. Mit den Übergängen dazwischen, die ausgelöst werden durch den Einstieg in den Beruf oder eine Krise oder einen Umzug. Ziel ist eine Lebensphase, die er Konvergenz nennt. (Def:~ viele Einzelheiten bilden sich zu einem Ganzen). Aus allen Phasen heraus bildet sich eine stimmige, reife Persönlichkeit, die ihre Gaben und Fähigkeiten und Erfahrungen nicht nur kennt, sondern auch gelernt hat, diese fruchtbar zu leben. Wesentlich dabei ist, dass ein Mensch in all den Phasen Gottes Wort hört. Nicht nur so allgemein, sondern ganz persönlich für sich und sein Herz und seine Fragen.

Wenn nun in ein Leben Jesus hineinkommt und das Wort in diesem Leben ganz bewusst zur Geltung kommt, dann wird dieses Leben fruchtbar … für das Wort … das bei Gott ist.

Eine der aufregendsten Erkenntnisse in meinem Leben war, dass ich gemerkt habe: Es ist Leben pur … das eigentliche Leben, wenn das Wort in mir und dann auch durch mich fruchtbar wird. Licht macht. Mit Gott zusammenbringt – denn das Wort ist bei Gott.

Als ich die Lebensphasen in dem Buch studiert habe, habe ich bei der ersten (Grundlagen) gedacht: Die hat ja noch nichts mit Gott zu tun. Da war mir Gott nicht wichtig. Da gings um Schule und Freunde. Mein Elternhaus war nicht gerade förderlich. Losgegangen ist es eigentlich erst mit der Bekehrung und als ich „das Wort“ kennen gelernt habe und seine heilende Kraft entdeckt habe. Da war ich längst erwachsen.

Aber Irrtum: Der Autor macht klar, dass alle Lebensphasen – und auch alle Krisen, wo wir das Gefühl haben Gott war nicht da – oder alle Konflikte wo wir das Gefühl haben wir haben versagt und Gott ausklammern – alles, alles was zu unserem Leben gehört, von Gott nutzbar gemacht werden kann, um in der Konvergenz etwas wirklich Großartiges zu bilden. Etwas was stimmig und reif ist und hilfreich und fruchtbar ist für andere Menschen und die Welt.
Das Geheimnis: Das Wort macht’s!

Auch der Mangel… Durch das Wort wird etwas aus dem NICHTS. Auch die scheinbar verlorenen Jahre werden in dem Licht, das das Wort darauf wirft, zum Potential.

(Das) Nichts ist verloren. Alles muss dem Besten dienen (Römer 8).
Auch das, was jemand dir angetan hat. Bleib nicht dabei stehen!
Nichts ist außerhalb von diesem unwahrscheinlich umfassenden, starken, lichtbringenden Wort.
Steht doch hier, oder?
Kannst du es fassen? Was denkst du gerade?

Viele sind hier, die sind durch das Wort neue Menschen geworden. In eine Welt hineingekommen, die sie vorher nicht kannten. Haben einen Frieden gespürt, der leicht machte. Eine Freude erlebt, die bewegte – zu Anderen. Etliche sind hier, die können sagen: „Ja, das Wort war die Leuchte, die meinem Fuß auch durch dunkle Zeiten den Weg gezeigt hat, das Wort war das, was mir den Weg leichter gemacht hat, das mir Frieden geschenkt hat.“

Feierst du manchmal, dass dieses gute Wort so über deinem Leben, unter deinem Leben steht und dein Leben so umfasst und durchdringt?

Schon spannend dass Johannes hier „Wort“ schreibt, und nicht einfach „Jesus“. Damals im gnostischen Kontext sicher für philosophisch angehauchte Menschen ansprechend.
Genauso faszinierend ist aber ein anderer Gedanke, nämlich: Das Wort „Wort“ ist eine Beschreibung von Kommunikation. „Wort“ drückt Kommunikationswillen aus. Ein „Wort“ ist etwas, mit dem ich Beziehung lebe und aufbaue.
Und weil es hier um „das Wort“ geht, wird machtvoll deutlich: Gott sucht durch sein „Wort“ Beziehung. Gott sendet „das Wort“, um in Kontakt zu treten … um uns etwas von sich – ja sich selbst zu übermitteln. Und SEINE Gedanken und SEINE Ausstrahlung und SEINE Kraft in unser Leben.
Jeden Tag, jeden Augenblick.

Ich kann damit einschlafen und dabei beten, dass dieses Wort von Gott da ist, wenn ich wieder aufwache. (Eine verheiratete Frau wurde gefragt, ob sie morgens manchmal auch mit Schrecken aufwache. Sie antwortete: „Nein, ich lasse ihn schlafen!“)

Ich kann dieses Wort in mir tragen, wenn ich in die Arbeit gehe und wenn ich herausgefordert bin. Ich kann es mit in meine Erziehung und in meinen Haushalt nehmen, mit in die Postkarte, die ich schreibe –
mit in den Konflikt, dem beigeflüstert ist: Wenn du einen Konflikt hast, ist mit Gott was schief gegangen. Das ist außerhalb des Glaubens und des Wortes. Nein, das ist es nicht. Konflikt ist normal und nötig. Und dass wir uns aufregen, bringt die nötige Energie zu einer guten Auseinandersetzung. Und: Das Wort bringt das Licht in die Dunkelheit und die göttliche Sicht in das Verworrene.

Irgendwann kommt abends wieder die Zeit, zur Ruhe zu kommen. Ein sehr gutes Schlafmittel ist die Frage am Abend: Herr, wo warst du heute? Wo habe ich dich gesehen und wo warst du dennoch, obwohl du mir verborgen geblieben bist – ich dich nicht gesehen habe?

Deine Lebensphase ist fast nicht auszuhalten und du hast tausend Fragen, aber das Wort trägt Licht für Licht hinein und spricht dir Mut zu, bis du durch bist und gereift daran und fruchtbar wirst. Durch das Wort.

Durch das Wort: Lassen wir uns Zeit, damit innerlich in Kontakt zu kommen. Ich habe diese Karte eingescannt, damit die, die es wollen, das vom Kopf ins Herz rutschen lassen können … oder aber darüber beten. Ehrlich ihre Gefühle ausdrücken, ihr aufgewühlt-Sein, oder ihre Dankbarkeit.

„Wir sind geliebte Kinder Gottes,
deren Gestern, Heute und Morgen
fest und sicher in
Seinen Händen liegen“
(art Lilienthal)

Halte dir das fest, was du jetzt erlebt hast. (Immer gut was zu schreiben und ne kleine Bibel dabei zu haben.)
Durch das Wort.
Das ist der Gedanke, dem wir gerade nachgehen. Die Wahrheit, die über der Welt und über unserem Leben steht.

Diese etwas philosophische Ausführung bekommt ein Gesicht – ein Gesicht, wenn wir sie bei Johannes weiter lesen. Ich überspringe und komme zu Vers 14 (Johannes 1, 14 lesen).

Luther übersetzte: Das Wort ward Fleisch und wohnte (zeltete>Camping) unter uns.

Das Wort hatte ein Gesicht. Ein Gesicht, das unter den Menschen war. Da wo sie lebten. In den Gassen und auf dem Land. Im Tempel und auf dem Marktplatz. Ein Gesicht, dessen Augen in das Herz und die tief verborgenen Winkel der Seele der Menschen schaute und dort Gottes ganze Güte und Treue hinein geschaut hat. So dass die Menschen erwachten aus einer Art Blindheit oder vielleicht sogar einer Art Todesschlaf und sich aufmachten in ein neues Leben.
Indem sie die bisher verborgene Wirklichkeit auf einmal wahrnahmen. Was sie bei Jesus erfuhren, war ja nicht eine neue Information, sondern ein völlig neuer Lebenshorizont.

Durch das Wort (Johannes 1, 38 – 40 lesen).

Durch das Wort … was geschieht hier …
Zwei Leute sind angesprochen, von Johannes dem Täufer, der auf Jesus wies, und sie wollen mehr wissen. Und Jesus als das verkörperte Wort merkt das und fragt: „Was sucht ihr?“ Und er antwortet ihren Fragen. Kommuniziert. Kommuniziert in einer so er-greif-enden Weise, dass hier eine atemberaubende Geschichte beginnt. Ein Aufbruch zweier Menschen in eine völlig neue Lebenssicht. Die verborgene Wirklichkeit, dass das Wort – dass Gott – alles umfasst und auch ihr Leben, bricht sich Bahn in seiner ganzen Konsequenz. Sie bleiben den Rest des Tages bei ihm und werden schon so angesteckt von dem Wort, dass dieses Wort durch ihren Mund weitergeht (Johannes 1, 41+42 lesen).

Eine dritte Person begegnet dem Wort Jesus. Und setzt sich damit sofort einem völlig neuen Lebensplan aus. Das Wort schafft Veränderung. Das Wort reißt heraus aus alten Zusammenhängen.
Durch das Wort wird ein Fisch-Fischer ein Menschen-Fischer.
Durch das Wort wird ein Handwerker ein Missionar und Apostel.

Noch einer begegnet dem Wort und macht sich durch das Wort auf neue Wege (Johannes 1, 43-44 lesen).

Eine Welle von neuem Leben wogt auf, überall wo dieses Wort auftritt und seine Macht und sein Licht und seine Liebe entfaltet. Überrascht erwischt es auch Nathanael (Johannes 1, 45-51 lesen).

Nathanael war ein gebildeter und gestandener Mann. Philippus verweist ihn auf das geschriebene Wort (Gottesmann Mose und Propheten). (45) Und als Nathanael Jesus gegenüber steht, trifft ihr der Blick Jesu und erst recht sein wissendes Wort. So dass in ihm eine Wahrheit aufbraust, wie der Sekt aus der Flasche, mit solcher Kraft, dass der Korken fliegt, dass sich das Leben versprüht und überläuft mit prickelndem lebendigen Lebens-Durstlöschenden … (der eigentlich Durst.
Durch das Wort revolutioniert sich Denken und Empfinden. Reden und Leben.

Und Nathanael und die anderen, die diesen Korkenknall schon erlebt haben, bekommen das WORT: „Du wirst noch viel größere Dinge erleben …und ihr werdet den Himmel offen sehen und erleben, wie die Engel Gottes zum Menschensohn herab- und von ihm zum Himmel hinaufsteigen!“

Um kein bisschen weniger geht es heute. Kein bisschen weniger, als dass durch das Wort das ganze irdische und jenseitige Leben umfasst ist. Und als dass wir durch dieses Wort hineinkommuniziert werden in das Kraftfeld Gottes.

Damit zum zweiten Punkt: Jetzt kommt der unbestimmte Artikel
Um ein Wort … wie könnte der Satz weitergehen?
Ringen … bitten … beten.

Oh wir haben die ganze Bibel. Und manche Leute haben einen ganzen Geist voller Bibelverse. Es hilft aber nichts, wenn diese Worte abstraktes Wissen bleiben. Wenn sie kein persönliches „Jesusgesicht“ bekommen.

Es geht also darum, unserer Wortarmut abzuhelfen. Dem Wort mehr Geltung zu schaffen in unserem Leben.
Das kann ganz verschieden aussehen.
Ich habe gerade die Verheißung an Nathanael und seine Freunde vorgetragen.
Was passiert, wenn auch du diesen Vers 50 b oder 51 meditierst, „kaust“ und „wiederkäust“?

Es ist oft geschenkt, dass etwas – eine Wahrheit – sich hinein übersetzt – hinein konfiguriert in dein Leben.
Es gibt etliche Bibelworte, die in meinem Leben entscheidende Weichen gestellt haben. Und es gibt tausende Bibelworte, die mir halfen und helfen „im Wort“ – „in der Kraft des Wortes“ – „im Licht“ des Wortes durch die Alltage und Wochen zukommen. Worte die tragen. Worte die ermutigen und Perspektiven aufzeigen. Einen ganzen Pack von solchen Worten zum Leben, die als Versprechen Gottes daher kommen, hat Kerstin Hack zusammengestellt. Irgendjemand hat mir das mal geschenkt. („Vaterherz Gottes“ von Kerstin Hack)

Ich habe gelernt, nicht nur in Krisenzeiten, dass wir solche Worte brauchen zum Leben. Sie helfen Christen emotional gesund zu bleiben; …die innere und äußere Richtung nicht zu verlieren. Wir müssen nicht ohne dieses kraftvolle und lichthelle Wort leben!

In Sprüche 24, 10 steht: „Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist“.

Darum bete ich immer wieder um ein Wort. Denn das brauche ich, um fest zu bleiben.
Ich bete um ein lebendiges Wort für mich oder für andere. Ein Wort, das in mir oder anderen was Neues schafft.

Vor einigen Monaten – ich war auf der Autobahn – erhielt ich ein SMS von meinem Freund. Er war in einer schlimmen Not. Seine Ehe war kurz vor dem Aus. Er konnte nicht mehr.
Wie gut, dass ich nicht antworten konnte durch das Fahren. Aber beten konnte ich. Und der Heilige Geist gab mir ein: Bete um ein Wort, dass du deinem Freund geben kannst!
Das habe ich getan. Und irgendwann erschien ein Wort der Bibel in mir. Es brauste auf in mir, der Korken flog raus und ein Wort stand im Raum und ich wusste sofort: Das war der Heilige Geist! Das Wort begleitete meinen Freund Monate und in unseren Gesprächen griffen wir immer wieder darauf zurück.

Wer so offen gegenüber dem Wort ist und um ein Wort betet, der erlebt oft unerwartete Erhörungen:
Kerstin Hack schreibt in ihrem Buch „Die Hütte und ich – Gott neu vertrauen“ von Derek. Er hörte Gott einen Tag vor den Anschlägen auf das World Trade Center. Er empfand, dass Gott sagte, dass es wichtig sei. Er war dann wochenlang auf den Straßen New Yorks unterwegs, tröstete verwirrte und verzweifelte Teenager … während sein Auto in der Kurzparkzone am Londoner Flughafen stand. Gott sandte seine Leute in die Situation des 11. September, um anderen in ihrem Schmerz zu helfen und ihnen beizustehen. Er hatte die Menschen nicht alleingelassen (S.53).

Wie sensibel für den Heiligen Geist und sicher muss jemand sein, um so Gottes Worte ernst nehmen zu können? Damit zu rechnen, dass Gott hineinredet in unser Leben. Dass wir das wollen zeigt sich darin, dass wir aktiv um ein Wort beten. Wie das ausgeht ist unbestimmt. Wie gesagt: unbestimmter Artikel. Aber es ist ein Abenteuer mit Gott und seinem Wort.

Viele Menschen leiden darunter, dass sie in ihrer Beziehung zu Gott so wenig spüren. Glaube gründet sich nicht auf Gefühle, sondern auf Gottes Reden, Handeln und sein Wort.

Dieser besagte Derek war ein eher exzentrischer Mensch. Irgendetwas bewog ihn, sich knallgrüne Schuhe zu kaufen. Während er sie nach Hause trug, sagte Gott zu ihm: „Trage die Schuhe nicht, bevor du nicht mit Kerstin über … geredet hast.“
Er ging zu Kerstin und sprach das Thema mutig an. Und es war ein Stück neuen Lebens, eine große Erkenntnis, und dann Veränderung, die Kerstin zuwuchs.

Als einer, der Verantwortung in der Gemeinde trägt, bete ich immer wieder um ein Wort. Für verschiedene Situationen oder Predigtreihen oder Konflikte. Es ist wunderbar, wenn das dann kommt und einschlägt bei mir und dann auch bei anderen und wir etwas haben, was uns leitet und im Heiligen Geist verbindet.

Ich fand dazu in dem Buch „Werdegang eines Leiters“ einen genialen Abschnitt:
„Seine Einstellung zu Gottes Führung muss von Vertrauen, Ruhe und Abwarten zeugen, während Gott seine Schritte in einen Dienst lenkt, in dem die gesamte Entwicklung der vorangegangenen Lebensphasen zum Tragen kommt. Konvergenz (~Reife) wird dann sichtbar, wenn der Leiter beständig eine positive Reaktion auf Gottes Wirken in seinem Leben beweist.“

Die „positive Reaktion“ kann nur sein zu fragen: „Was will Gott mir durch diese Herausforderung zeigen oder sagen?“ Und wenn wir es nicht gleich wissen, dann ringen und beten wir um ein Wort, das es uns zeigt.

Eine Freundin erzählte mir kürzlich von einem Konflikt, weil eine Mitarbeiterin in einer evangelistischen Kleingruppe die neuen Leute fromm zugetextet hatte. Die Freundin hatte Skrupel, auf diese dominante Frau zuzugehen. Wie würde sie es aufnehmen? Würde das den Frieden in dieser heiklen missionarischen Arbeit gefährden? Daraufhin betete ich für diese dominante Frau. Ich wusste, dass sie offen war für Gottes Reden.
Laut geraten habe ich der Freundin, doch unbedingt mit dieser Frau zu reden.
Leise gebetet habe ich nachher um ein Wort für diese Frau. Dass Gott ihr selber sagte, was in der Gruppe jetzt dran ist. Dann geriet die Situation beinah aus dem Sinn, bis die Freundin eine gute Woche später fröhlich kam: „Du Dieter, ich muss dir was erzählen …“ Gott hatte mit dieser Frau geredet! Sie kam von selber, bat um Entschuldigung und zeigte am nächsten Abend ein völlig positives Verhalten.

Beten um ein Wort.
Amen.


Erstellt vor etwa ein Jahr